Verkehrsprobleme in der Stadt nur eingebildet?

Vorsitzender Frank Steibli hält Aussage von Verkehrsplaner Alexej Saerov für „verwegen“

Die im „Gießener Anzeiger“ vom 11. Dezember von Verkehrsplaner Alexej Saerov vertretene These, in Linden gäbe es keine Verkehrsprobleme, hält der Lindener SPD-Vorsitzende Frank Steibli für „verwegen“. Viele Lindener Bürger sähen dies anders. Bei Haustürbesuchen im Bürgermeisterwahlkampf gab es drei Kritikpunkte, die bei fast allen Gesprächen von Seiten der Einwohner genannt wurden: Mangelnder bezahlbarer Wohnraum, ein Mangel an Kita-Plätzen und Verkehrsprobleme. „Der Verkehr war mit weitem Abstand das Problem Nummer 1“, so Steibli. „Niemand hat sich das eingebildet. Zu viel Verkehr, zu schnell fahrende Fahrzeuge, wenig Parkplätze an bestimmten Stellen, Behinderungen durch falsch geparkte Autos, zu wenig Busanbindungen nach Gießen und ein schlechter gewordener Takt der Züge nach Frankfurt am Main. Das waren die wesentlichen Stichworte, die sowohl Bürgermeisterkandidat Felix Koop als auch die ihn begleitenden Parteivertreter zu hören bekamen.“

„Aus diesen Gründen bleibt unsere Forderung nach einer qualifizierten Verkehrserhebung, mit der geklärt wird, wie viele Fahrzeuge täglich durch Linden fahren, woher sie kommen und wohin deren Fahrer wollen, auch nach der Bürgermeisterwahl auf der Tagesordnung“, sagt Steibli und widerspricht damit entschieden der Einschätzung Saerovs, die Verkehrsprobleme in der Stadt seien „ganz plötzlich aufgetreten und nach der Wahl wohl größtenteils vorbei …“ (siehe „Gießener Anzeiger“).

Linden sei eine wachsende Kommune und müsse sich – ähnlich wie Gießen und Lollar – auf kontinuierlichen Zuzug und Einwohnerzuwachs einstellen. Das bedeute zwangsläufig ein höheres Verkehrsaufkommen, für das man kluge Lösungen finden müsse. „Die Anbindung Lindens an das Stadtbusnetz der Universitätsstadt Gießen gehört für uns dazu, um unter anderem jenen Mitbürgern, die an der Uni studieren und arbeiten, eine gute Alternative zum Auto zu bieten“, sagt Steibli. Ferner plädiert der Sozialdemokrat dafür, ähnlich wie in anderen Kommunen, einen „Bürgerbus“ einzusetzen, der das innerstädtische Angebot ergänzt und Fahrten zum Einkaufen, zu Friseuren, Ärzten oder Apotheken anbietet. „Wir haben eine Wahl verloren. Deshalb ist aber die Diskussion über unsere Themen und die der Bürger noch längst nicht beendet“, so Steibli.

 

Nachbemerkung:

Alexej Saerov hat sich nach Erscheinen unserer Pressemitteilung an uns gewandt und darum gebeten, den Namen seines Arbeitgebers, eines Planungsbüros in Linden, das häufig von der Stadt beauftragt wird, aus dem Text herauszunehmen. Dem kommen wir nach, da uns Herr Saerov versichert hat, er habe seine Privatmeinung geäußert und nicht die Auffassung seines Arbeitgebers. Für uns war dies im ursprünglichen Beitrag des Anzeigers nicht erkennbar gewesen, in welcher Rolle und für wen er spricht. Nun ist es geklärt und wir bleiben in der Diskussion mit ihm über die Verkehrsprobleme und -themen in der Stadt.