logo-spd-linden_neuDer SPD Ortsverein Linden ist irritiert und verärgert über die Pressemitteilung der CDU Linden zum aktuellen Streik der Erzieherinnen. Dort erklärt ein Lindener CDU-Stadtrat, der als Mitglied des Magistrats der Stadt auch Verantwortung für die Mitarbeiter_innen der Lindener Kindertagesstätten hat, die Forderungen der Gewerkschaft verdi für ihre Mitglieder sei maßlos. In einem der Pressemitteilung vorausgegangenen Leserbrief eben jenes Stadtrats, qualifizierte dieser sogar die Leistungen der Erzieherinnen in Kitas ab. Dies zeigt deutlich die Einstellung in weiten Teilen der CDU zum Thema Kinderbetreuung, die sich unter Lindens Christdemokraten offenbar bis heute hält.

Bis heute ist dort die Erkenntnis nicht angekommen, dass Frauen zwar immer noch die Hauptlast der Kinderbetreuung und Familienarbeit leisten, aber als qualifizierte Arbeitskräfte eben auch massiv zum Bruttosozialprodukt der Bundesrepublik beitragen. Es machen mehr Frauen Abitur als Männer und mit besseren Noten und es studieren mehr Frauen als Männer. Frauen von heute sind Mütter und gleichzeitig erwerbstätig. Und das ist auch gut so! Diese positive gesellschaftliche Entwicklung macht eine gute Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung notwendig. Auch die Stadt Linden musste sich diesen Erfordernissen moderner Familienpolitik anpassen und hat in den letzten Jahren massiv in die Kinderbetreuungseinrichtungen investiert. Moderne Kindertagesstätten sind Bildungseinrichtungen und müssen auch so gefördert werden!

Das nun, neben den gestiegenen Kosten für die Einrichtungen und den weiteren Investitionen für die notwendigen Betreuungsplätze, nun auch noch die Erzieherinnen für die deutlich gestiegenen Anforderungen an ihre Arbeit mehr Gehalt wollen, erscheint für Lindens CDU offenbar als der Gipfel der Unverschämtheit. Für die SPD gilt: Wer nach fünfjähriger Ausbildung, unsere Kinder, also die Zukunft unserer Gesellschaft, in der wichtigsten Phase ihrer geistigen Entwicklung fördert, der muss dafür auch anständig entlohnt werden. Die von der CDU angesprochenen, neuen Besoldungsgruppen für Erzieherinnen waren keine Aufwertung, sondern ausschließlich die Überleitung in den neuen Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes. Was die angeblich hohe Arbeitsplatzsicherheit im öffentlichen Dienst betrifft, so ist es in Linden wie in vielen anderen Städten und Gemeinden inzwischen üblich, Erzieherinnen mit Befristung und häufig auch in Teilzeit einzustellen.

Wer aufgrund der sogenannte hohen Wertschöpfung eine Erwerbstätigkeit in der freien Wirtschaft über die Tätigkeiten des öffentlichen Dienstes stellt, übersieht, dass diese Wertschöpfung immer weniger der gesellschaftlichen Gemeinschaft zu Gute kommt, sondern immer häufiger ausschließlich das Interesse an Gewinnmaximierung der Aktionäre bedient. Auf die mögliche Wertschöpfung durch Einnahmen im Bereich der Spielapparatesteuer, ein sechsstelliger Betrag pro Jahr, hat die Stadt Linden viele Jahre großzügig verzichtet. Erst auf Antrag der Oppositionsparteien wird diese Steuer nun erhoben. Mit diesen Mehreinnahmen lassen sich die notwendigen Gehaltsanpassungen der Erzieherinnen leicht für mehrere Jahre finanzieren.

Wir empfehlen Lindens Christdemokraten, einmal in den städtischen Kindertagesstätten zu hospitieren und sich selbst ein Bild davon zu machen, was dort für unsere Kinder geleistet wird. Vielleicht führt das bei dem ein oder anderen zu der Einsicht, dass diese Arbeit angemessen entlohnt werden muss.

 

Facebooktwitterpinterest