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Brachliegende Baulücke im alten Ortskern in Leihgestern

Die Anzahl der Häuser in Linden, in denen alle Bewohner älter als 75 Jahre sind, dürfte dreistellig sein. Die meisten dieser Häuser mit älteren Bewohnern findet man in den alten Ortskernen. Die alten Ortskerne von Großen-Linden und Leihgestern haben Jahrzehnte lang das Bild Lindens geprägt. Hier lebten Familien mit ihren Kindern. Hier gab es die Kindergärten, die Grundschulen, die Kirchen, den Metzger, die Bäcker und andere kleinere Einkaufsläden. Die großen Discountmärkte findet man heute im Gewerbegebiet, nahezu alle kleineren Geschäfte mussten schließen. Große Neubaugebiete wurden erschlossen, junge Familien bauten eher dort ein eigenes Haus, als im alten Ortskern eines zu kaufen und kostenintensiv zu sanieren und renovieren.
In zehn bis zwanzig Jahren werden viele der Häuser im alten Ortskern von Großen-Linden und von Leihgestern leerstehen. Die Bewohner werden gestorben sein, ihre Erben bereits in einem Eigenheim leben und das alte Haus wird nur schwer zu verkaufen sein: neue Fenster, neue Türen, eine neue Heizung, vielleicht der Einbau erneuerbarer Energien und Bestimmungen des Denkmalschutzes. Ein Neubau könnte sich als einfacher und kostengünstiger erweisen.
Was bedeutet das für Linden, wenn die alten Ortskerne aussterben und Häuser verfallen? Wie kann man dieser Situation vorbeugen? Diese Frage stellen sich Lindens Sozialdemokraten und sie möchten die Antworten gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern geben. Seit vielen Jahren fördern Bund und Land den Städtebau mit den unterschiedlichsten Förderprogrammen: Die Soziale Stadt und die Einfache Dorf- oder Stadterneuerung waren bzw. sind solche Programme, die für die verschiedensten kommunalen Entwicklungskonzepte Geld und andere Unterstützung anbieten.
In Hessen gibt es seit einigen Jahren das Programm IKEK. Dies bedeutet Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept. Das besondere an IKEK ist, dass nicht einfach ein Förderantrag für ein bestimmtes städtebauliches Vorhaben gestellt werden kann. Zunächst wird im Rahmen von IKEK ein umfangreiches Gesamtkonzept entwickelt, wie die Kommune für die Zukunft aufgestellt werden soll. Anschließend werden die wichtigsten Maßnahmen beschrieben und in eine Rangfolge ihrer Wichtigkeit gebracht. Schließlich werden die einzelnen Entwicklungsschritte der Umsetzung geplant und dann erst gibt das Land Geld für die Umsetzung. In diesen Prozess sind die Bürgerinnen und Bürgen von Beginn an einzubinden. Die Bürgerinnen und Bürger sollen sich Gedanken machen, was ganz dringend gebraucht wird, was außerdem nötig ist und was einfach nur schön wäre, wenn es das gäbe.
Lindens Nachbargemeinde Wettenberg befindet sich gerade im IKEK-Prozess. Deshalb hat die Lindener SPD Wettenbergs Bürgermeister Thomas Brunner eingeladen, in Linden über IKEK in Wettenberg zu referieren und gemeinsam mit Lindens Bürgerinnen und Bürgern nachzudenken, ob ein solcher Prozess nicht auch für die Stadt Linden ein Gewinn sein könnte.
Der SPD Ortsverein Linden lädt daher herzlich ein, zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Thomas Brunner (Bürgermeister der Gemeinde Wettenberg) zum Thema: „IKEK. Das integrierte kommunale Entwicklungskonzept. Eine Chance auch für Linden?“. Diese findet statt, am Donnerstag, den 29. Januar 2015, ab 19.30 Uhr in der Gaststätte „Zum Kronenwirt“, Bahnhofstraße 9 in Großen-Linden. Der SPD Ortsverein Linden freut sich auf Ihren Besuch!

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